Patrozinium St. Gallus

In den alten Stiftsdörfern hat das Patrozinium von je her eine große Bedeutung – begangen wird es mit einer feierlichen Heiligen Messe und anschließendem Gemeindefest. Früher kamen auch viele Menschen an diesem Tag in ihre Heimat zurück, um dieses Fest mit ihren Familienangehörigen zu feiern.

In diesem Jahr musste das Patronatsfest coronabedingt – wie ja bereits im letzten Jahr – „etwas kleiner ausfallen“. Allerdings konnte Pfarrer Blumenberg zu unserer großen Freude für das Festhochamt Herrn Domkapitular Dr. Christian Wirz als Hauptzelebranten und Prediger gewinnen.

Dr. Wirz eröffnete seine Predigt mit einer humorvollen Geschichte von Loriot: Vor einer Dichterlesung wird der Vortragende von einem hartnäckigen Schluckauf geplagt, der partout nicht aufhören will. Erst durch die Nachfrage eines aufmerksamen Zuhörers, was er denn am gestrigen Tage zu Abend gegessen habe kann das Dilemma beendet werden. Durch das Denken an etwas ganz anderes, löst sich die Verkrampfung – soll heißen: wir können nur gewinnen, wenn wir etwas loslassen. Diesen für uns so alltäglichen Vorgang kennen wir alle. Wir denken total verkrampft in eine Richtung und können die Lösung in der Alternative gar nicht mehr sehen.

Die Kirche verharre zu sehr im Zustand der Verkrampfung und orientiere sich an Werten und Zielen der Wirtschaft und des Business . „Das Ziel werden die erreichen, für die es bestimmt ist“. Das Ziel der Kirche bezeichnete Dr. Wirz als geheimnisvoll. Was wusste der Hl. Gallus über seine Ziele, als er Irland verließ und auf dem Festland ankam? Gewiss hatte er kein Pastoralkonzept „Allemania 600“, aber die feste Zusage Gottes zu Abraham „… Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterland in das Land, das ich dir zeigen werde… (Gen 12 1-9). Gallus tat Tag für Tag das, was er konnte: er feierte die Eucharistie und betete. Sein Weg war erfolgreich.

„Ziele sind out – gute Gewohnheiten sind in“ gab Dr. Wirz den Anwesenden in der Kirche St. Gallus mit auf den Weg. Das Ziel der Kirche lasse sich nicht in Pläne und Zustimmungswerte fassen; wichtig sei es, Tag für Tag gute Gewohnheiten zu pflegen und so gut es geht zu helfen – das tun, was getan werden kann. Die Zukunft der Kirche hänge von diesen kleinen Schritten ab. „Die Zukunft ist ungewiss - aber es wird herrlich sein“, so sein zutiefst ermutigendes Schlusswort der Predigt.

Im Anschluss an die Hl. Messe traf sich der Großteil der Gottesdienstbesucher im Pfarrheim zur Begegnung und zum gemeinsamen Mittagessen.

 

Text: Angela Meiners-Schmidt & Silvia Walter