Meditative Wanderung

Begrüßung der Teilnehmerinnen bei strahlendem Sonnenschein  am Joseph-Müller-Pfarrheim Groß Düngen: Wir vertrauen auf Gottes Segen, der uns auf unserem Weg begleitet. Der Gedanke nach dem  „Suchen“ begleitet uns auf dem ersten Teilstück des Weges. Die Suche nach sich selbst, die uns öffnet für die Welt, für den Anderen und für Gott.

 1.Station: Der Weg - das Kreuz

 Der Gedanke an den Weg bestimmt diese Station. Welchen Weg sollen wir gehen? Welcher Weg ist der richtige? Oft denken wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dann kommt plötzlich alles anders. Das Kreuz erinnert uns an das große Leid in der Welt und zahlreiche Stolpersteine auf unserem Weg.

Wir gehen schweigend zur nächsten Station. Wir gehen achtsam und überleben, welche Umwege, welche geraden Wege, aber auch Leidens- und Irrwege sind wir gegangen, welche Entscheidungen, ob richtig oder falsch haben wir getroffen.

 2. Station: Die Quelle – das Wasser

 Das Wasser ist das Element, aus dem alles Leben hervorgegangen ist. Im Orient ist es seit alters her guter Brauch, dem Gast zur Begrüßung einen Becher klaren Wassers zu reichen.  Wir freuen uns, an dieser Stelle ebenfalls einen Becher Wasser gereicht zu bekommen – es tut gut an diesem sonnigen und warmen Morgen, es erfrischt uns und gibt uns neue Kraft.

Auf dem Weg zur nächsten Station unterhalten wir uns darüber, was jeder von uns  ganz persönlich Ruhe und Kraft für den Alltag gibt.

 3. Station: Der Baum

 Der Baum ist ein Sinnbild für die Standhaftigkeit. Kann er auch ein Bild für unser Leben sein?  Wie ein Baum haben auch wir einen Stamm. Was gibt uns Kraft, Festigkeit und Stärke? Was können wir tragen und ertragen? Wie viel von unserer eigenen Kraft können wir an Andere weitergeben, die kraftlos sind?

Wie ein Baum haben wir eine Krone. Können wir uns ausbreiten?  Wonach streckt sich unser Haupt? Tragen wir Früchte?

In Gedanken versuchen wir, einen Baum zu umarmen und unsere Gedanken dabei fließen zu lassen.

 4. Station: Die Wurzel

 Die Wurzel verankert die Pflanze im Boden und versorgt sie mit Wasser und Nährstoffen. Im übertragenen Sinn sprechen auch wir von unseren Wurzeln und meinen damit Herkunft, Erziehung und Tradition. Ein Mensch, der feste Wurzeln hat, kann wachsen wie ein Baum. Deshalb kann ihn so leicht nichts umwerfen. Unser Lebensgrund ist Gott, er schenkt uns die Kraft, die uns wachsen lässt und unser Leben begleitet und trägt.

Auf dem Weg zur nächsten Station achten wir ganz bewusst auf unsere Atmung. Wir atmen tief ein und aus, dabei betrachten wir die Bäume und denken an ihre Wurzeln; in diesem Augenblick fühlen uns stark und gesund!

 5. Station: Das Kreuz

 An einem Wegekreuz, das früher bei Hagelprozessionen angesteuert wurde, beten wir gemeinsam das „Vater unser“. Wir denken hierbei an Jesus, der für uns den Kreuzestod auf sich genommen hat und an unser je eigenes Kreuz.

 6. Station: Die Luft

 Die Luft ist „wesenlos“, sie ist für unsere Sinne kam wahrnehmbar und  dennoch das Element, was am notwendigsten ist. Ohne Atmung können wir nicht überleben. Luft ist die Hülle, die die Erde umgibt. Gott hauchte dem Menschen den Atem ein. Im Buch Genesis heißt es: „Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“ (Gen 2,7).

Bewusst atmen wir ein und aus und spüren dabei ein Gefühl von Freiheit!

 7. Station: Feuer

 Von den Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde übt das Feuer auf den Menschen die größte Faszination aus. Wir fürchten die zerstörende Kraft des Feuers, schätzen aber seine heilbringende Wärme und das wohltuende Licht einer brennenden Kerze, ganz besonders an Weihnachten und Ostern.

Wir zünden eine Kerze an und betrachten die Flamme. Wo sind wir gerade dankbar für das Licht, wo ersehnen wir uns mehr Klarheit, und wo wünschen wir uns mehr Feuer und Antrieb?

 Mit dem Feuer und einem Segensgebet beenden wir eine beeindruckende Wanderung über den Kirschberg mit einem wundervollen Blick auf Groß Düngen.

Beim gemeinsamen Mittagessen lassen wir noch einmal den gemeinsam gegangenen Weg Revue passieren und hoffen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr!

 

 

Text: Angela Meiners-Schmidt & Silvia Walter


1. Station: Der Weg - das Kreuz

2. Station: Die Quelle - das Wasser

3. Station: Der Baum

4. Station: Die Wurzel

5. Station: Vaterunser am Hagelkreuz

6. Station: Die Luft

7. Station: Das Feuer

Gemeinsames Mittagessen