Kreuzwallfahrt Ottbergen

 

Fast schon eine kleine Tradition: zum vierten Mal pilgerte die Pfarrgemeinde St. Gallus zur Diözesanwallfahrt Kreuzerhöhung „per pedes" nach Ottbergen. Dank einer großen Abordnung der Firmbewerber und ihrer Katecheten trafen sich am Morgen erfreuliche 28 Personen in der St. Bernward Kapelle Kl. Düngen, um sich gemeinsam auf den Weg zu machen.

Gestärkt durch den Pilgersegen ging es entlang der Innerste Richtung Listringen. Für einige war es bereits ein Heimspiel, für einen Großteil der Truppe jedoch die Erkundung einer bisher unbekannten Gegend. Der Weg von Listringen zum Wendhäuser Wald gehörte – wie in den vergangenen Jahren – dem Gebet des schmerzhaften Rosenkranzes.

Kurz vor der Autobahnbrücke hatte Michael Klauenberg einen größeren Stapel von Baumstämmen ausfindig gemacht, der (fast) allen Pilgern einen Platz zum Rasten bot. Pfarrer Blumenberg verteilte Bindfaden, so dass jeder aus den herumliegenden Materialien des Waldes ein Kreuz herstellen konnte. Dieses Kreuz wurde dann – als persönliches Kreuz, welches ein jeder zu tragen hat, oder für das eines anderen Menschen – später symbolisch an der Kreuzkapelle in Ottbergen niedergelegt.

Der Weg an der Lichtung unterhalb des Kapellenberges lud wie in den Vorjahren zum gemeinsamen Beten des Kreuzweges ein. Gegen 13.30 Uhr erreichten wir Ottbergen; hier warteten weitere Gemeindemitglieder auf uns, um gemeinsam an der feierlichen Prozession – musikalisch begleitet von der Blaskapelle Ottbergen - mit der Kreuzreliquie hinauf zum Kapellenberg teilzunehmen.

Weihbischof Schwerdtfeger zelebrierte die Hl. Messe. „Ich kann nicht länger Du zu Gott sagen“ aus lauter Ehrfurcht vor Gott, so die Aussage zur Eröffnung seiner Predigt. Die Gesellschaft nimmt das Bedürfnis zu glauben häufig nicht ernst, aber die Frage nach dem Glauben ist trotzdem allgegenwärtig. Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt; auf diese Weise ist er herabgestiegen zu den Menschen. „Darum hat Gott ihn über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der grösser ist als alle Namen …“ (Phil 2, 6-11). Gott liebt die Welt, er hat sich herabgelassen; das „Du“ zu Gott bleibt also die angemessene Anredeform.

Am Fuße des Kapellenberges warteten Ottbergener Jugendliche mit Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen auf die Gläubigen. Zahlreiche Fahrdienste sorgten dafür, dass alle Pilger wohlbehalten motorisiert ihren Weg nach Hause antreten konnten. Weihbischof Schwerdtfeger lässt unsere Firmbewerber herzlich grüßen; er hat sich sehr gefreut, dass sie an der Wallfahrt teilgenommen haben.

Text: Silvia Walter und Angela Meiners-Schmidt